Berlin

Beginners' Blog

Neuigkeiten für Neuberliner

Amerika

Das Wort hat einen gewaltigen, ja mythischen Klang. Gemeint sind hier die USA. Und die Neuberliner sollten wissen, dass es bis heute ein besonderes Verhältnis zwischen Berlin und dem Land der Freien gibt. Erst die Luftbrücke 1948/49, dann John F. Kennedy und später Ronald Reagan ("Mr. Gorbachev, open this gate").

Aber was ist aus diesen Vereinigten Staaten geworden bzw. was sind die USA heute? Ein äußerst gewalttätiges Land, wo es immer noch viel Rassismus gegen Schwarze gibt. Wo es - immer noch - viel zu leicht ist, sich eine Waffe zu beschaffen und damit andere umzubringen. Wo es diese vollkommen absurde, monatelange Veranstaltung namens Vorwahlkampf gibt, wenn ein neuer Präsident gewählt werden soll. Wo die Menschen jeden Tag mit neuen Prognosen, überhaupt für jeden nur erdenklichen Lebensbereich mit Statistiken überschüttet werden, als würde die Welt nur aus Zahlen bestehen. Ein Land, in dem nur der schöne Schein und die gute Show zählt. Und zu allererst das Geld und nichts als das Geld.

Nein, es ist nicht gut, was in den USA passiert. Es ist kein Vorbild, was von dort kommt. Man kann nur den Kopf schütteln, wenn man die Szenen von den Parteitagen der beiden demokratischen Parteien sieht. Und dabei daran denkt, dass Donald Trump möglicherweise der nächste Präsident der USA wird.

Berlin für junge Leute / Buchtipp!

Handlich, nützlich, topaktuell: "Berlin für junge Leute" (Herder Studienreisen GmbH, Berlin 2016) ist ein City Guide, der auf 282 Seiten die wichtigsten Informationen und Tipps für einen tollen Besuch der Hauptstadt versammelt. Phantastisch, wie viel man durch die Lektüre über Berlin und für einen Aufenthalt erfährt!

Besorgen sollte man sich das Teil schon vor der Klassenfahrt, denn es eignet sich hervorragend zur Vorbereitung der Expedition an die Spree. Ob Routenvorschläge für die Stadterkundung, ob Ausgeh- oder Einkaufstipps: Es ist alles drin in diesem gut gemachten Berlin-Begleiter, jede Menge angesagter Adressen und sogar ein kleiner Stadtplan und das Liniennetz des ÖPNV. Die 8,50 Euro sind nicht schlecht angelegt, viele Infos für wenig Geld.

Mit seinen vielfältigen Hinweisen ist das Buch auch eine ausgezeichnete Quelle der Information und Inspiration für Leute, die schon ein- oder mehrmals in Berlin waren. Sogar für einen Abstecher nach Potsdam findet man die passenden Empfehlungen.

Neuberliner in Charlottenburg-Wilmersdorf

Eine nützliche, reichlich sprudelnde Quelle der Information für alle Neuberlinerinnen und Neuberliner, die im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ihr Nest gebaut haben, liegt ab sofort in aktualisierter Form wieder vor:

DAS BEZIRKSMAGAZIN.

Es enthält die wichtigsten Adressen zu Themen wie Behörden, Gesundheit, Sport und Kultur und viele interessante Informationen zum Bezirk, seiner Geschichte und Gegenwart. Da ist für jeden etwas Brauchbares dabei.
Wo ist die Broschüre (kostenlos) erhältlich? Naja, zum einen natürlich im Rathaus Charlottenburg an der Otto-Suhr-Allee. Dort liegt sie aus. Man findet sie aber auch im Bezirk in vielen Geschäften, in der VHS, in öffentlichen Bibliotheken und Einrichtungen.
Übrigens: Auch in anderen Stadtbezirken Berlins ist eine vergleichbare Publikation erhältlich. Einfach im Bürgeramt danach fragen oder auf der Webseite des jeweiligen Bezirks schauen.

Die modernen Autisten von Berlin

Als Stadtführer, der viel unterwegs ist in der Stadt, stoße ich immer wieder auf Euch und Euer Anblick macht mir keine Freude: Da sitzt Ihr in Mitte irgendwo in einem Café und hämmert irgendwelches dummes Zeug, das die Menschheit nicht braucht, in Eure Notebooks und findet das auch noch toll.

Freunde, bleibt doch zu Hause und erspart uns Lebenden Eure Gegenwart. Das Café war einmal (und sollte es auch bleiben) ein Ort der persönlichen Begegnung und des Austausches zwischen wirklichen Menschen. Von Euch hört man dagegen nichts, stumm sitzt Ihr stundenlang vor Euren Apparaten und macht wichtige Gesichter.

Bitte bleibt in Prenzlauer Berg und werkelt dort gnadenlos weiter an Eurer Selbstveredelung. Aber glaubt nicht, dass Ihr zu dieser Stadt gehört. Ihr seid nicht hip, sondern nur hop. Und zwar ex und hopp und hoffentlich bald wieder weg.

P.S. Diese Bitte gilt tendenziell auch für die "Vollverkabelten", also für die Menschen, die sich mit riesigen Kopfhörern auf den Ohren von ihrer Umwelt abschotten und überall in der Stadt ständig auf die Tasten ihrer kleinen Schachteln drücken. In was für einer Welt leben wir nur?! Die Autisten haben die Macht übernommen.

Engagieren Sie sich in Ihrem Bezirk!

12 Stadtbezirke gibt es in Berlin. In einem von ihnen lebt auch die Neuberlinerin/der Neuberliner. Ihre/seine ehrenamtliche Mitarbeit ist erwünscht, wird dringend gebraucht.
Die Bezirksverwaltungen bestehen nicht aus Beamten, die Däumchen drehen, sondern aus Menschen, die sich anstrengen, damit diese große Stadt funktioniert und floriert. Dazu gehören vielfältige Aktivitäten im sozialen und kulturellen Bereich. Die Menschen in den Bezirksämtern können dieses breite Angebot nicht alleine auf die Beine stellen und verwirklichen.
Deshalb soll von hier aus der Ruf ergehen: Neuberlinerinnen und Neuberliner, engagiert Euch. Schaut Euch an, was Euer Bezirk macht und überlegt, ob und wie Ihr einen Beitrag leisten könnt. Nebenbei bemerkt: Gerade als Neuankömmling ist dies ein empfehlenswerter Weg, um sich schneller einzuleben und Mitbürger kennenzulernen.
An die (ehrenamtliche) Arbeit!

Ihr
Thomas Knuth

Erdogan, Böhmermann und die Grenzen der Satire

Ja, es wird in diesen Tagen auch hier in Berlin wieder heiß diskutiert. Was darf Satire, was darf man öffentlich über den türkischen Staatspräsidenten sagen?

Dabei ist der Fall doch eigentlich klar: Was Böhmermann in seinem Schmähgedicht über Erdogan angeblich nur zu Demonstrationszwecken abgeliefert hat, hat doch mit Satire überhaupt nichts zu tun. Es ist schlicht nur ein ganz geschmackloser, dummer Text. Böhmermann ist ein Schreihals, ein Wichtigtuer, einer, der auf Wellen surft, die andere in Gang gebracht haben. Man glaube doch nicht, dass es ihm um die Sache, also um einen diktatorischen Staatspräsidenten geht, der in seinem Land die Meinungsfreiheit unterdrückt und es auf diese Weise immer weiter von Europa entfernt.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von scharfzüngigen Kabarettisten. Sie alle haben es nicht nötig, zu Formulierungen zu greifen, die über ihre obszöne Wortwahl hinaus keinerlei Erkenntnisgewinn verschaffen. Wo liegen also die Grenzen der Satire? Genau dort, wo sich als Satire tarnt was in Wahrheit nur das Werk eines narzisstischen Radaubruders ohne Tiefgang und Anstand ist.

Terror in Brüssel

Der Kommentar heute auf Spiegel Online bringt es auf den Punkt:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/bruessel-der-terror-und-der-nerven....

Brüssel ist eine tolle Stadt, aber die Sicherheitsbehörden sind schon seit Jahren völlig überfordert. Brüssel ist ein warnendes Beispiel, wie man es nicht machen darf. Auch für uns hier in Berlin. Denn dass es in unserer Stadt noch keine Anschläge gegeben hat, ist leider überhaupt keine Garantie für die Zukunft.

Den Bock zum Gärtner machen

Gestern hat man sich vor dem Brandenburger Tor an den 18. März 1848, den Höhepunkt der Deutschen Revolution, erinnert. In Berlin starben über 200 Menschen, dafür, dass sie für eine preußische Verfassung mit Grundrechten gekämpft hatten.

Ich habe mir heute die Augen gerieben, als ich sehen musste, dass einer, der nicht in diesen Zusammenhang gehört, die Frechheit besessen hat, als Festredner aufzutreten: Gregor Gysi. Ein Mann, der auf die allerengste Weise in der DDR mit der Stasi (MfS) zusammengearbeitet hat! Einer, der als "Rechtsanwalt" seine Mandanten an die Stasi verkauft hat!

Im Abschlussbericht des Immunitätsausschusses des Deutschen Bundestags von 1998 heißt es unter anderem:
Gysi habe "seine herausgehobene berufliche Stellung als einer der wenigen Rechtsanwälte in der DDR genutzt, um als Anwalt auch international bekannter Oppositioneller die politische Ordnung der DDR vor seinen Mandanten zu schützen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich in die Strategien des MfS einbinden lassen, selbst an der operativen Bearbeitung von Oppositionellen teilgenommen und wichtige Informationen an das MfS weitergegeben. Auf diese Erkenntnisse war der Staatssicherheitsdienst zur Vorbereitung seiner Zersetzungsstrategien dringend angewiesen. Das Ziel dieser Tätigkeit unter Einbindung von Dr. Gysi war die möglichst wirksame Unterdrückung der demokratischen Opposition in der DDR.“

Und heute wagt es dieser Wicht, uns an die tapferen Männer und Frauen der Märzrevolution von 1848 zu erinnern. Und bekommt dafür noch eine Bühne. Man möchte laut schreien...

Was soll das?

Wieder der TAGESSPIEGEL. Schlagzeile heute: "Schwarzer Montag an den Börsen". Ist die Redaktion der BILD-Zeitung zu Gast oder macht in Vertretung die Zeitung?
Die Bezeichnung "Schwarzer Montag" geht auf den 19. Oktober 1987 zurück. An diesem einen Tag fielen die Aktienkurse weltweit dramatisch, die Rückgänge lagen zwischen 22 und 41 Prozent. Es handelte sich um den ersten wirklichen Crash seit dem Ende des 2. Weltkriegs.
Mit dieser Namensgebung erinnerte man an den "Schwarzen Donnerstag", den 24. Oktober 1929, als sich die Weltwirtschaftskrise von der New Yorker Börse innerhalb kürzester Zeit ausbreitete. In Europa, wo die Börsen einen Tag später kollabierten, wurde es ein "Schwarzer Freitag".
Was ist gestern passiert? Irgendetwas auch nur entfernt Ähnliches? Nein, überhaupt nicht. Der DAX fiel um 3,3 Prozent, der DOW JONES um 1,10 Prozent. Daraus macht der TAGESSPIEGEL einen "Schwarzen Montag".
Was, um Himmels Willen, soll das? Beim nächsten Langstreckenraketen-Test der Nordkoreaner muss es dann wohl heißen: "Die Menschheit vor der Auslöschung"
Seriöser Journalismus sieht anders aus. Liebe Redakteure, besinnt Euch auf Eure Aufgabe, uns mit angemessenen Worten und Vergleichen zu unterrichten! Unterlasst dieses leicht durchschaubare Gebaren, mit vermeintlich knackigen Titeln auf Leserfang zu gehen!

Wie wahr!

Den entsetzlichen Besitzstandswahrern von Berlin ins Stammbuch geschrieben (Erläuterung: Das sind die bescheuerten Egoisten, die es an vielen Orten in Berlin verhindern, dass dringend notwendige Wohnungen gebaut werden, z.B. auf dem riesigen Tempelhofer Feld):

"Hätte es direkte Demokratie schon in der Anfangszeit Berlins gegeben, würden die Leute jetzt immer noch in ihren Hütten im Urstromtal sitzen und sagen: ‚Nee, wollen wir nicht!‘“
Jens-Holger Kirchner (Grüne), Pankower Stadtrat für Stadtentwicklung, heute im "Tagesspiegel"-Interview.

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